Großinvestition der Deutschen Bahn macht Rheintal zur Baustelle
Hundermillionen für neue Schienen, Weichen und Stellwerke im Rheintal
In Mainz und der umliegenden Rheinregion beginnt eine Phase umfassender Erneuerungen: Die Deutsche Bahn will bis 2028 mehrere Hundert Millionen Euro in Strecken, Bahnhöfe und Stellwerkstechnik investieren. Die Maßnahmen sollen die Robustheit des Zugbetriebs erhöhen und die Pünktlichkeit verbessern.
Vor Ort, am Rande des Mainzer Gleisfelds, wirkt der Alltag behelfsmäßig und geschäftig zugleich. Gelbe Arbeitsmaschinen stehen bereit, frische Schwellen werden eingeschottert und das Gleisbett mit schwerem Gerät gestopft. Viele Arbeiten finden außerhalb der Weihnachtsruhe statt, doch zeitweise gelten Sperrpausen, um den Reiseverkehr rund um die Feiertage nicht zu beeinträchtigen.
Der neue Verantwortliche für die Großprojekte der Bahninfrastruktur betonte bei einem Rundgang mit Landesvertretern, dass zuerst dort modernisiert werde, wo der Nutzen für den Fahrbetrieb am größten ist. Am häufigsten tauschen Bahnteams Gleise, Weichen und Oberleitungen aus. Zusätzliche Weichen sollen eingebaut werden, damit Züge bei Störungen leichter umgeleitet oder überholt werden können und der gesamte Verkehr weniger anfällig für Verspätungen wird.
Für die Vorbereitungen zur Bundesgartenschau 2029 in Teilen des Mittelrheintals plant die Bahn weitere punktuelle Aufwertungen an Bahnhöfen. Im Zuge der Arbeiten soll die rechte Rheinseite in der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahres großflächig gesperrt und saniert werden, auf der linken Seite folgen die Arbeiten im ersten Halbjahr 2028. Währenddessen wird der Verkehr weitestgehend auf die jeweils andere Flussseite verlagert oder großräumig umgeleitet.
Zur Bewältigung dieser logistischen Herausforderung werden mehrere Stellwerke, darunter das in Mainz, auf digitale Steuerungstechnik umgerüstet. Ziel ist, die Betriebsführung zu modernisieren und Engpässe flexibler zu managen, sodass langfristig mehr Züge sicher und pünktlich rollen können.
- Arbeiten an Gleisen, Weichen und Oberleitungen werden Priorität haben
- Teilsperrungen im Mittelrheintal nötig, Fahrplanvorschau kurzfristig
- Stellwerke werden digitalisiert, Bahnhofsanlagen werden ertüchtigt
Für Reisende und Anwohner bedeutet die Baumaßnahme temporäre Einschränkungen, auf lange Sicht sollen die Investitionen jedoch einen spürbaren Beitrag zu einem stabileren Bahnnetz im Rhein-Main-Gebiet leisten.