Qualitätsoffensive beginnt am 1. Mai: Großsanierung auf der vielbefahrenen Schienenachse startet
Zehn Wochen konzentrierter Ausbau zur nachhaltigen Stabilisierung einer stark belasteten Bahnverbindung
Am 1. Mai beginnt eine umfassende Qualitätsoffensive auf der rund 163 Kilometer langen Strecke zwischen Hamburg und Hannover. Die DB InfraGO führt bis zum 10. Juli umfangreiche Erneuerungs- und Instandsetzungsarbeiten an Gleisen, Weichen, Oberleitungen und Ingenieurbauwerken durch. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit einer der am stärksten ausgelasteten Achsen im deutschen Schienennetz langfristig zu verbessern.
Die Sanierung ist in mehreren Phasen geplant: Zu Beginn wird der Abschnitt Celle – Hannover gesperrt. Ab dem 14. Juni ist die Strecke dann vollständig für den regulären Bahnbetrieb geschlossen, sodass Arbeiten an größeren Abschnitten gleichzeitig ausgeführt werden können. Fern- und Güterzüge werden während der Sperrungen umgeleitet; für den Regionalverkehr haben die zuständigen Verbünde ein Ersatzkonzept vorbereitet.
Umfang und Schwerpunkte der Arbeiten
- Modernisierung von etwa 66 Kilometern Gleis und 36 Weichen sowie Installation von sechs Weichenheizungen
- Erneuerung von rund zwei Kilometern Oberleitung
- Sanierung mehrerer konstruktiver Ingenieurbauten, darunter Eisenbahnbrücken in Lüneburg und Uelzen sowie weitere Durchlässe und Brücken
- Umfassende Erneuerung der Bahnhöfe in Stelle, Suderburg, Großburgwedel und Langenhagen
- Kabeltiefbau für neue Stellwerke entlang der Achse Lüneburg − Uelzen
- Sanierung des Bahndamms bei Eschede
Verkehrskonzept und Ersatzangebote
Für den Ausfall zahlreicher Nahverkehrszüge hat die Landesnahverkehrsgesellschaft ein abgestuftes Ersatzkonzept vorbereitet. Beispielsweise werden zwischen Hannover und Celle zusätzliche S-Bahn-Leistungen angeboten. Auf Teilstrecken zwischen Lüneburg und Hamburg sowie bis Uelzen wird ein reduziertes Zugangebot aufrechterhalten, und zwischen Langenhagen und Lüneburg sind zahlreiche Ersatzbusse vorgesehen. Die Beteiligten betonen, dass mit der Koordination mehrerer Betreiber intensive Abstimmungsarbeit geleistet wurde, um ein verlässliches Angebot während der Bauzeit sicherzustellen.
Warum die Maßnahme jetzt kommt
Die Strecke zählt mit Auslastungen von bis zu 147 Prozent zu den am stärksten beanspruchten Verbindungen im deutschen Netz. Der Korridor verbindet den Hamburger Hafen mit Verbindungen nach Süden und hat große Bedeutung auch für den internationalen Güterverkehr. Die jetzt begonnene Qualitätsoffensive ist der erste von drei Schritten: die kurzfristige, konzentrierte Sanierung in diesem Jahr, eine umfassende Korridorsanierung im Jahr 2029 sowie eine langfristige Planung für eine mögliche Neubaustrecke.
Der Projektleiter bei DB InfraGO betont die Effizienz des Vorgehens: «In zehn Wochen bündeln wir viele unterschiedliche Arbeiten, um die Infrastruktur dort deutlich zu verbessern, bevor die größere Korridorsanierung beginnt.»
Die Landesnahverkehrsgesellschaft hebt die enge Abstimmung mit Verkehrsunternehmen hervor und bedankt sich bei den beteiligten Partnern für die Unterstützung bei der Umsetzung des Ersatzkonzepts.
Reisende sollten sich vor Fahrten über mögliche Änderungen informieren und zusätzliche Reisezeit einplanen. Detaillierte Informationen zum Ersatzverkehr werden von den zuständigen Verkehrsunternehmen veröffentlicht.

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