Monatlange Sperrung des Hauptbahnhofs droht Kaiserslautern und der Westpfalz
Monatlange Sperre würde Pendler und Region hart treffen
Kaiserslautern steuert auf eine beispiellose Belastungsprobe zu: Die Pläne der Deutschen Bahn, die Ost-West-Achse zwischen Ludwigshafen und Saarbrücken auf Ganzer Strecke zu sanieren und den Hauptbahnhof in Kaiserslautern monatelang zu sperren, sorgen für heftigen Widerspruch. Für Tausende Berufspendler, Studierende, Schulkinder und Fans des 1. FC Kaiserslautern würde das Umsteigen und längere Fahrzeiten bedeuten.
Die Bahn rechtfertigt die Totalsperrung mit Effizienzgründen und logistischer Notwendigkeit. «Die Korridorsanierung in Totalsperrung ermöglicht eine hohe Baueffizienz und führt so über einen Mehrjahreszeitraum strukturell zu weniger Auswirkungen für die Fahrgäste», heißt es von einer Sprecherin des Unternehmens. Weil Teile der Strecke durch den Pfälzer Wald führen, seien die Abläufe und die Baustellenlogistik komplex. Zugleich kündigt die Bahn einen hochwertigen Ersatzverkehr an und will gemeinsam mit Kommunen ein Verkehrskonzept erarbeiten.
Die geplanten Zeiträume stoßen jedoch auf massive Kritik: Vorgesehen sind eine Sperrung im Herbst 2028 für etwa acht Wochen sowie ein großer Abschnitt vom 22. Juni bis 7. Dezember 2029. Der Stadtrat von Kaiserslautern hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der die Pläne als inakzeptabel bezeichnet werden. Die Forderung lautet, die mehr als 130 Kilometer lange Strecke in sorgfältig gewählten Abschnitten zu erneuern, Vollsperrungen zu minimieren und Nebenstrecken so zu erhalten, dass der Hauptbahnhof weiterhin angefahren werden kann.
Michael Heilmann, Direktor des Zweckverbands ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd, warnt vor langfristigen Folgen für den Nahverkehr: Über Monate einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zu organisieren, sei angesichts der Fahrgastmengen nur schwer zu bewältigen. Viele Pendler könnten dem öffentlichen Verkehr dauerhaft den Rücken kehren, wenn der Komfort und die Zuverlässigkeit stark leiden.
Die anstehenden Sanierungsarbeiten gehören zu einer groß angelegten Generalsanierung, die sich bis Mitte der 2030er Jahre erstreckt. Nun liegt der Ball bei der Bahntochter DB InfraGo, die Vorschläge zu abschnittsweiser Erneuerung und alternativen Baukonzepten prüfen soll. In Kaiserslautern wächst unterdessen die Sorge, dass monatelange Einschränkungen die wirtschaftliche und soziale Lage der Stadt und der gesamten Westpfalz erheblich belasten könnten.
- Geplante Sperrzeiträume: Herbst 2028 (rund acht Wochen) und 22. Juni bis 7. Dezember 2029
- Kritikpunkte: Dauer der Vollsperrung, Belastung für Pendler, Logistik des Ersatzverkehrs
- Forderung der Stadt und des Zweckverbands: Abschnittsweise Sanierung statt Komplettsperrung

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