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Deutsche Bahn verkauft über 100 Jahre altes Ausbesserungswerk – empfindlicher Verlust für die Region

03. Juni 2026

Mehr als ein Jahrhundert Bahntradition endet

Senftenberg steht vor einem symbolischen Abschied: Die Deutsche Bahn hat den Verkauf ihres Ausbesserungswerks angekündigt, das seit 1919 zum regionalen Gefüge gehört. Der Schritt ist Teil einer bundesweiten Neuordnung der Werkstandorte, trifft die Lausitz aber insbesondere schmerzhaft.

Das Werk in Senftenberg wuchs mit dem einst mächtigen Güterbahnhof und der Braunkohleindustrie. Bis in die DDR-Zeit hinein zählte der Standort zu den bedeutendsten Verlade- und Instandhaltungszentren des Landes. Heute erinnern die 19 parallel verlaufenden Arbeitsgleise noch an diese Epoche, doch von früherer Betriebsamkeit ist nur noch wenig übrig.

Aktuell sind lediglich etwa 25 Techniker am Standort beschäftigt. Die Bahn betont, dass der Standort bis zum Abschluss der Verkaufsverhandlungen weiter genutzt werde und man gemeinsam mit dem Betriebsrat an Lösungen für die Beschäftigten arbeite. Konkrete Informationen zu möglichen Übernehmern nannte das Unternehmen bislang nicht; man befinde sich nach eigenen Angaben aber in sehr konkreten Verkaufsgesprächen.

Region reagiert mit Enttäuschung und Sorge

Für Stadt und Landkreis ist die Ankündigung ein schwerer Rückschlag. Vertreter der Region hatten wiederholt für den Erhalt des Werkes geworben. Bürgermeister Andreas Pfeiffer sagte zur Entwicklung: «Die Schließung eines ganzen Standortes sorgt in der Kreisstadt für Empörung. In Zeiten des Strukturwandels ist diese Werksschließung ein völlig falsches Signal.»

Die Debatte spiegelt eine größere Sorge: Neben dem Verlust historischer Identität geht es auch um Arbeitsplätze, wirtschaftliche Perspektiven und das Bild der Region im laufenden Strukturwandel. Kritiker befürchten, dass der Wegfall des Werkes die ohnehin angespannte Lage in der Lausitz weiter verschärft.

Was jetzt ansteht

  • Verkaufsgespräche laufen, Käufer noch unbekannt
  • Bahn will Beschäftigte zusammen mit dem Betriebsrat umsetzen oder anderweitig vermitteln
  • Standort wird bis zum Verkauf weiterbetrieben, so die Bahn

Obwohl nur wenige Mitarbeiter direkt betroffen sind, hat die Entscheidung symbolische Bedeutung: Sie markiert das langsame Ende einer Industriegeschichte, die eng mit der Entwicklung von Senftenberg verbunden ist. Die Stadt muss nun darauf hoffen, dass ein neuer Eigentümer dem historischen Erbe Rechnung trägt und der Standort eine neue wirtschaftliche Perspektive erhält.

Senftenberg bleibt damit ein Schauplatz des regionalen Strukturwandels, dessen Folgen weit über den Verkauf eines einzelnen Werks hinausreichen.

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