Qualitätsoffensive der Bahn führt zu monatelangen Sperrungen auf der Hauptverbindung Hamburg–Hannover
Großflächige Sanierung soll Zuverlässigkeit verbessern
Die Deutsche Bahn hat ab 1. Mai mit umfangreichen Arbeiten an einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen begonnen. Zwischen Hamburg und Hannover werden auf 163 Kilometern Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe erneuert. Die Maßnahme ist Teil einer als »Qualitätsoffensive« bezeichneten Initiative und soll die Leistungsfähigkeit der Strecke bis zur geplanten Generalsanierung 2029 deutlich steigern.
Was geplant ist
In den kommenden Wochen werden etwa 66 Kilometer Gleis und zahlreiche Weichen erneuert. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Bauphasen: Zuerst wird der Abschnitt zwischen Celle und Hannover gesperrt, ab 14. Juni folgt eine komplette Sperrung des Abschnitts zwischen Lüneburg und Hannover. Während dieser Zeit sind dort keine Zugverbindungen möglich.
Konkrete Folgen für Reisende
Pendler und Fernreisende müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Viele Regionalverbindungen entfallen, Fern- und Güterzüge werden großräumig umgeleitet, Reisen dauern länger und erfordern zusätzliche Umstiege. Besonders im Pendlerverkehr rund um Lüneburg wird es sehr eng, weil die Auslastung auf Teilen der Strecke regelmäßig über 100 Prozent liegt.
Ersatzverkehr und Angebote
Für ausgefallene Züge richtet die Bahn einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Zwischen Orten wie Lüneburg, Uelzen und Langenhagen sind Busse vorgesehen, auf Teilstrecken werden zusätzliche S-Bahnen eingesetzt. Auf dem Abschnitt zwischen Uelzen und Hamburg bleibt ein eingeschränktes Zugangebot bestehen. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen betont, man habe Vorkehrungen getroffen, um ein verlässliches Angebot sicherzustellen, räumt aber ein, dass Fahrgäste mehr Geduld und Zeit einplanen müssen.
Kritik an Planung und Kommunikation
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen übt vor allem wegen kurzfristiger Änderungen am Bauablauf Kritik. Verzögerte Arbeiten auf einer anderen wichtigen Strecke haben zu Anpassungen geführt, die Beteiligte vor erhebliche Herausforderungen stellten. LNVG-Geschäftsführerin Carmen Schwabl forderte, die Sperrzeiten konsequent zu nutzen und bis zur Generalsanierung 2029 keine weiteren großflächigen Baustellen zu planen.
Blick in die Zukunft
Die jetzt begonnene Sanierung ist nur ein erster Schritt. Für 2029 plant die Deutsche Bahn eine umfassende Generalsanierung des gesamten Korridors; Ziel ist ein leistungsfähigeres und weniger störanfälliges Netz. Langfristig könnte eine neue Strecke entlang der Autobahn A7 als Entlastung dienen, darüber soll das Parlament noch entscheiden. Bis dahin müssen Reisende in der Region mit Einschränkungen und längeren Fahrzeiten rechnen.

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