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HVV-Chefin Korbutt will mit KI den Nahverkehr neu erfinden

08. Juni 2026

Ein Sprachassistent soll Fahrplan, Ticket und Taxi in einem verbinden

Hamburg. Anna-Theresa Korbutt, Geschäftsführerin des Hamburger Verkehrsverbunds HVV, arbeitet an einem Projekt, das den Alltag von Pendlern und Gelegenheitsfahrern grundlegend verändern könnte. In einer Welt aus oft fragmentierten Informationen und analogen Abläufen soll ein KI‑Agent alle Schritte der Reiseplanung bündeln.

Korbutt beschreibt die Vision knapp und prägnant: «Wir bauen die Siri des ÖPNV». Das System soll auf Sprachbefehle reagieren, in 146 Sprachen Auskunft geben, Routen vorschlagen, Fahrkarten bereitstellen und bei Bedarf ein Taxi rufen. Nutzer sollen künftig nur sagen müssen, wo sie sind und wohin sie wollen, und erhalten eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung inklusive Ticket und Zeitplanung.

Die technische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Entwicklern, die ein Agentensystem bauen, das Daten aus Fahrplänen, On‑Demand‑Diensten und Ticketing kombiniert. Geplant ist ein Start Anfang 2027, zunächst in Pilotphasen, bevor der Dienst flächendeckend ausgerollt werden soll.

Für Korbutt bedeutet das nicht nur Komfortgewinn für Fahrgäste, sondern auch einen Effizienzschub für den Verkehrsverbund: Weniger Rückfragen an Service‑Hotlines, weniger verwirrte Umsteiger und eine stärkere Nutzung multimodaler Verbindungen. Das Projekt zielt darauf ab, die Hürde für die Nutzung von Bus, U‑Bahn und Regionalzügen zu senken und so Verkehr von der Straße auf Schiene und Bus zu lenken.

Gleichzeitig wirft das Vorhaben Fragen zu Datenschutz, Datensicherheit und technischer Integration auf. Datenhoheit, transparente Algorithmen und die Interoperabilität mit bestehenden Systemen sind laut Experten Voraussetzungen dafür, dass ein solcher Assistent Verantwortungsvoll und rechtssicher betrieben werden kann.

Für Pendler in Hamburg und darüber hinaus könnte die Technologie den Alltag erleichtern: weniger Fahrplanstudium, weniger Tariffragen, schnelleres Umsteigen. Ob und wie schnell sich die Idee in der Praxis durchsetzt, hängt vom Vertrauen der Nutzer, der Qualität der Umsetzung und der Bereitschaft der Verkehrsträger ab, Daten und Prozesse zu öffnen.

Korbutt bleibt optimistisch und betont, dass es um praktische, unmittelbar spürbare Verbesserungen gehen soll. Für viele Fahrgäste könnte das bedeuten: Einmal sagen, wohin es geht, und losgehen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: handelsblatt.com
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