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Alkoholverbot an allen Bahnhöfen soll Sicherheit für Reisende und Mitarbeiter stärken

28. Juli 2026

Deutsche Bahn führt bundesweites Alkoholverbot an Bahnhöfen ein

Die Deutsche Bahn will an allen rund 5.400 Bahnhöfen in Deutschland das Trinken von Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen außerhalb der Gastronomie untersagen. Konzernchefin Evelyn Palla begründet den Schritt mit dem Ziel, die Sicherheit von Beschäftigten und Reisenden zu erhöhen und aggressive Übergriffe zu verringern.

Das Verbot umfasst Bier, Wein, Schnaps und andere alkoholische Getränke im öffentlichen Bereich der Bahnhöfe. Ausgenommen bleiben bewirtschaftete Bereiche der Bahnhofsgastronomie sowie verschlossene alkoholische Getränke im Gepäck oder aus Einkäufen. Wer gegen das Verbot verstößt, muss künftig mit Platzverweis rechnen; Wiederholungstäter können Hausverbot erhalten. Die Kontrolle sollen Mitarbeitende der DB-Sicherheit und die Bundespolizei übernehmen.

In Hamburg war ein ähnliches Verbot bereits im April 2024 eingeführt worden. Dort registrierte die Bahn nach eigenen Angaben weniger Konflikte, ein gestiegenes Sicherheitsgefühl bei Reisenden und geringeren Reinigungsaufwand. Palla zog daraus die Schlussfolgerung: «Alkoholfrei heißt: weniger Gewalt und weniger Müll.»

Der Fahrplan für die Ausweitung: Ab 1. September werden unter anderem Berlin Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig alkoholfrei, bis Mitte Oktober sollen die Regelungen an allen weiteren Bahnhöfen gelten. Für die Anpassung sind Abstimmungen mit Kommunen und Behörden vorgesehen, damit die Hausordnungen entsprechend geändert werden können.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nannte den Vorstoß einen «diskussionswürdigen Vorschlag», wies aber zugleich auf Fragen der praktischen Durchsetzbarkeit hin. Auch die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Maßnahme grundsätzlich, mahnte jedoch an, dass zusätzliche Ressourcen nötig seien, um Kontrollen zuverlässig durchzuführen. Kritikpunkte betreffen vor allem die Personaldecke und die Frage, ob ein Verbot nur an Bahnhöfen ausreicht oder auch in Zügen gelten müsste.

Hintergrund für die Maßnahme sind zuletzt gestiegene Zahlen zu Übergriffen auf Bahnmitarbeitende. Die Deutsche Bahn hatte daraufhin einen Sicherheitsgipfel einberufen und betont, mit zusätzlichen Maßnahmen die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit für alle Reisenden verbessern zu wollen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: tagesschau.de
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