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Wunderline startet: Nach Neubau der Friesenbrücke rollen Züge wieder zwischen Groningen und Leer

09. Oktober 2026

Grenzüberschreitende Zugverbindung nach langer Pause wieder aufgenommen

In Weener fiel heute der offizielle Startschuss für die Wunderline: Nach einer Sonderfahrt ist die Strecke Groningen–Leer wieder betriebsbereit, reguläre Personenzüge fahren ab Montag, 5. Oktober. Damit rollen nach mehr als einem Jahrzehnt wieder Züge über die deutsch-niederländische Grenze und verkürzen zugleich die Reisezeit um rund 15 Minuten.

Die Wiederinbetriebnahme ist Ergebnis umfangreicher Modernisierungsarbeiten auf deutscher Seite durch DB InfraGO sowie paralleler Maßnahmen in den Niederlanden durch ProRail. Auf rund 18 Kilometern wurden Gleise, Weichen und technische Anlagen erneuert; 19 Durchlässe, Brücken und Unterführungen wurden instand gesetzt oder neu gebaut. Entscheidender Baustein war der Neubau der Friesenbrücke über die Ems, eine moderne Dreh- und Hubbrücke, die bereits im vergangenen Sommer für Fuß- und Radverkehr geöffnet wurde.

DB InfraGO-Chef Dr. Philipp Nagl erklärte: «Die Wunderline zeigt, was möglich ist, wenn Staaten und Akteure grenzüberschreitend zusammenarbeiten und in eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur investieren.» Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne ergänzte, die Verbindung bringe Menschen und Chancen zusammen und mache aus einer Grenze einen gemeinsamen Weg.

Die Projektkosten lagen ursprünglich bei etwa 180 Millionen Euro und sind infolge gestiegener Baupreise, Lieferengpässen sowie zusätzlicher Maßnahmen inzwischen auf rund 250 Millionen Euro angewachsen. Neben dem Brückenbau wurden elektronische Stellwerke neu errichtet, Leit- und Sicherungstechnik modernisiert und 38 Bahnübergänge technisch angepasst, um künftig einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. In Bunde und Ihrhove entstanden barrierefreie Verkehrsstationen im Rahmen der Stationsoffensive Niedersachsen.

Vertreter aus Politik und Infrastruktur hoben die Bedeutung der Strecke für die Region hervor: Die Wunderline soll Mobilität, Wirtschaft und Tourismus stärken, Studierenden und Pendlerinnen sowie Pendlern neue Verbindungen bieten und die Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland vertiefen. Betreiber Arriva plant, den Fahrbetrieb aufzunehmen und die grenzüberschreitenden Verbindungen schrittweise auszubauen.

Die Wiederaufnahme des Verkehrs ist auch symbolisch: Nachdem die alte Friesenbrücke 2015 bei einer Kollision irreparabel beschädigt worden war, folgten langwierige Vorplanungen und politische Entscheidungen; die eigentliche Bauzeit des Neubaus betrug rund drei Jahre. Historisch ist die Strecke seit 1876 ein Bestandteil der regionalen Verkehrsinfrastruktur und erhält nun neue Bedeutung als Teil der Verbindung Amsterdam–Hamburg.

Reisende können ab sofort Fahrpläne und Tickets für die Strecke Groningen–Leer in den digitalen Auskunftsmedien abrufen. Die Wiedereröffnung wurde in Weener mit einer Feierstunde begangen; weitere Inbetriebnahmen und Ausbaustufen bleiben für die kommenden Jahre geplant.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: deutschebahn.com
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