Quereinstieg als Lokführer:in bietet sichere Jobs und kurze Umschulung
Quereinstieg als Lokführer:in eröffnet rasche Perspektiven in krisensicherer Branche
Der Fahrermangel auf der Schiene macht den Wechsel in den Lokführberuf besonders attraktiv. Wer bereit ist, sich umschulen zu lassen, findet heute meist einen arbeitgeberfinanzierten Weg in einen stabilen, tariflich abgesicherten Job mit hoher Übernahmechance. Die Ausbildung ist inhaltlich anspruchsvoll, aber deutlich kürzer als die klassische dreijährige Lehre.
Was der Beruf formal bedeutet
Auf dem Papier heißt der Job Eisenbahner:in im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer und Transport. Gewöhnlich führt der Weg dorthin über eine duale Ausbildung, alternativ über eine verkürzte Umschulung für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Inhaltlich stehen dieselben Regelwerke, Signalkunde und Fahrzeugtechnik auf dem Lehrplan wie bei der regulären Ausbildung; am Ende steht der Triebfahrzeugführerschein, ohne den eigenständiges Fahren nicht möglich ist.
Wie ein Arbeitstag aussieht
Der Alltag beginnt mit der Übergabe des Triebfahrzeugs und notwendigen Kontrollen wie Bremsproben und technischen Checks. Vor der Abfahrt wird der Fahrplan geprüft und auf Besonderheiten der Strecke geachtet. Während der Fahrt ist ständige Aufmerksamkeit gefragt, Signale werden beobachtet und Anweisungen der Betriebszentrale umgesetzt. Je nach Einsatzbereich unterscheidet sich der Kontakt zu Fahrgästen; im Güterverkehr ist man häufiger allein unterwegs. Schicht-, Nacht- und Wochenenddienste sind Teil des Berufs.
Worauf Arbeitgeber bei Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern achten
- Mindestalter meist 18 Jahre, zum selbstständigen Führen von Zügen auf freier Strecke oft 20 Jahre
- Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung oder einschlägige Berufserfahrung sind häufig ausreichend
- Bestehen der arbeitsmedizinischen und arbeitspsychologischen Untersuchung, unter anderem Sehkraft und Reaktionsvermögen
- Deutschkenntnisse auf etwa B2-Niveau
- Bereitschaft zu Schichtarbeit
Dauer, Kosten und Übernahmeperspektive
Die Umschulung dauert je nach Vorqualifikation etwa zwölf bis 24 Monate. In vielen Fällen übernehmen Arbeitgeber die Kosten oder die Maßnahme wird über einen Bildungsgutschein gefördert, so dass für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer keine direkten Ausgaben anfallen. Nach erfolgreicher Qualifizierung sind unbefristete Übernahmen sehr häufig, da die Nachfrage deutlich größer ist als das Angebot an Fachkräften.
Gehalt und Tariflage
Bereits während der Qualifizierung erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer üblicherweise ein tarifliches Entgelt oder weiterlaufende Leistungen wie Arbeitslosengeld. Nach der Umschulung bewegen sich die Bruttogehälter in Vollzeit durchschnittlich im Bereich von etwa 34.000 bis 65.000 Euro jährlich, mit einem Mittelwert um 46.000 Euro. Welcher Tarifvertrag gilt, beeinflusst die konkrete Höhe, zum Beispiel können GDL-Tarife höhere Grundgehälter vorsehen als EVG-Tarife.
Warum die Nachfrage weiter steigt
Der Bedarf an Lokführerinnen und Lokführern bleibt hoch: Ein großer Anteil der Beschäftigten ist älter als 50 Jahre, während nur ein kleiner Teil der Belegschaft jünger als 30 ist. Zusätzlich soll Verkehr auf die Schiene verlagert werden, wodurch die Branche einen jährlichen Bedarf von mehreren Tausend neuen Fahrern erwartet. Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bedeutet das hervorragende Chancen auf langfristige Beschäftigung und steigende Verdienstmöglichkeiten.
Verbesserte Bedingungen nach Tarifabschluss
Nach den Arbeitskämpfen zwischen Gewerkschaft und Bahn liegen Verbesserungen auf dem Tisch, die den Beruf planbarer machen. Die Wochenarbeitszeit für Schichtdienst soll schrittweise reduziert werden, bei vollem Lohnausgleich. Zugleich gibt es Regelungen zur Begrenzung maximaler Schichtlängen und Zuschüsse etwa zum Deutschlandticket. Das erhöht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger.
Jobs nicht nur bei der Deutschen Bahn
Auch abseits des früher dominierenden Staatskonzerns existiert ein großer Markt. In Deutschland sind Hunderte öffentliche und private Eisenbahnunternehmen zugelassen. Besonders im Güterverkehr haben Wettbewerber Marktanteile gewonnen. Das bedeutet für Bewerbende mehr Auswahl bei Arbeitsbedingungen, Dienstmodellen und regionalen Einsätzen.
Kurze Antworten auf häufige Fragen
- Wie lange dauert der Quereinstieg bei der Deutschen Bahn Die Umschulung liegt zwischen zwölf und 24 Monaten, abhängig von Vorqualifikation
- Muss ich die Umschulung selbst bezahlen In vielen Fällen übernehmen Arbeitgeber die Kosten oder die Maßnahme wird über einen Bildungsgutschein gefördert
- Werde ich übernommen In der Regel ja, Unternehmen benötigen dringend Personal und bieten oft bereits während der Umschulung Anstellungsverhältnisse an
Fazit Der Quereinstieg als Lokführer:in ist eine realistische und lohnende Option für Menschen mit technischer Affinität, Zuverlässigkeit und Bereitschaft zu Schichtarbeit. Angesichts des Fachkräftemangels und verbesserter Arbeitsbedingungen ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt für den Einstieg in einen krisensicheren und gesellschaftlich relevanten Beruf.