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Neubau der Rheinstraßenbrücke verzögert sich nach Absage der Deutschen Bahn«

15. Oktober 2026

Neubau der Rheinstraßenbrücke steht ohne Zeitplan

Die Erneuerung der maroden Rheinstraßenbrücke in Darmstadt verzögert sich erneut, weil die Deutsche Bahn angekündigte Sperrpausen für die Gleise unter der Brücke nicht einhalten will. Ohne diese Unterbrechungen sind Abriss und Neubau nicht realisierbar, teilte der Darmstädter Baudezernent Paul Georg Wandrey mit.

Ursprünglich hatte die Stadt den Abriss gegen Ende des kommenden Jahres und den Neubau für das zweite Halbjahr 2030 vorgesehen. Diese Pläne stehen nun infrage, weil die Sanierung der Main‑Neckar‑Bahn zwischen Frankfurt und Heidelberg erst nach 2031 stattfinden soll und die Bahn die dafür vorgesehenen Sperrpausen nicht zusichert.

Für Darmstadt hat die Situation weitreichende Folgen: Die Rheinstraßenbrücke bildet eine wichtige Nordwestachse in die Innenstadt. Für den Autoverkehr ist das Bauwerk bereits seit 2023 gesperrt, Verkehrsströme werden über zwei Umleitungen umgeleitet. Straßenbahn, Fußgänger und Radfahrer nutzen die Brücke weiterhin, doch die Stadt überwacht den Zustand halbjährlich und warnt vor einer sofortigen Vollsperrung, sollten sich die Schäden verschärfen.

Wandrey zeigte sich «geschockt» von der Entscheidung der Bahn und sprach von einer prekären Lage, weil nun die tragende Grundlage der städtischen Planung fehle. Die Kommune habe ihre Planung bewusst auf die angekündigten Arbeiten der Bahn ausgerichtet und erwarte nun Verlässlichkeit vom Verkehrsunternehmen. Konkrete neue Termine für Sperrpausen nach 2031 liegen bislang nicht vor, sodass kein belastbarer Zeitplan erstellt werden kann.

Die Stadt setzt die Planungen für einen Ersatzneubau fort, auch wenn derzeit keine Ausschreibung möglich ist. Wandrey hofft auf politischen Druck aus der Region, um die Bahn zur Kooperation zu bewegen: «Wir zielen darauf, dass die Region sich gemeinsam der Sache annimmt.» Gleichzeitig warnt die Kommune, dass eine weitere Verzögerung das Risiko erhöhe, die Brücke als einsturzgefährdet einstufen zu müssen. Dann dürften keine Züge mehr darunterfahren, was den Schienenverkehr und die Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs massiv beeinträchtigen würde.

Die Stadt appelliert an Vernunft und Verlässlichkeit aller Beteiligten und bereitet sich parallel auf verschiedene Szenarien vor, damit die Versorgung der Stadt und die Verkehrsanbindung auch bei anhaltenden Verzögerungen so stabil wie möglich bleiben.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: faz.net
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