Großsanierung der Ost-West-Achse startet: Bahn rechnet mit deutlich längeren Fahrzeiten
Wichtigste Ost-West-Verbindung wird umfassend erneuert — Reisende müssen mehr Zeit einplanen
Am Freitag beginnt die Deutsche Bahn mit der aufwändigen Sanierung der Strecke zwischen Lehrte (Region Hannover) und Berlin. Die Arbeiten sollen sich bis Dezember 2027 erstrecken und haben weitreichende Folgen für Fern- und Nahverkehr: Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin wird nach Bahnangaben voraussichtlich um etwa 60 bis 80 Minuten länger.
Die Korridorsanierung umfasst laut Betreiber alle zentralen Komponenten der Strecke. Geplant sind unter anderem:
- Erneuerung von rund 216 Kilometern Gleis sowie Austausch von Schwellen und Schotter
- Auswechslung von 149 Weichen
- Wartung und Erneuerung der Oberleitungen
- Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik
- Sanierung und Aufwertung von Bahnhöfen, inklusive stufenfreier Einstiege und verbesserter Beleuchtung
Um die Bauzeit zu verkürzen, wird auch nachts und an Wochenenden gearbeitet. Die Bahn weist ausdrücklich auf erhöhte Lärmbelastungen hin und entschuldigt sich bereits vorab für die Beeinträchtigungen, die besonders in der Region Wolfsburg spürbar sein können. Die Vorarbeiten laufen bereits seit dem 11. September.
Während der 14-monatigen Bauphase werden Fernzüge zwischen Hannover und Berlin über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet, was die Fahrtzeiten verlängert. Im Nahverkehr ist an manchen Abschnitten ein Busersatzverkehr vorgesehen. Betroffen ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen; auf dem Abschnitt verkehren täglich mehr als 400 Nah- und Fernverkehrszüge sowie rund 90 Güterzüge.
Die Bahn plant eine Informationsveranstaltung und eine Pressekonferenz am kommenden Dienstag, um weitere Details der insgesamt 227 Kilometer langen Ost-West-Achse vorzustellen und Fahrgästen alternative Verbindungen zu erläutern. Reisenden wird empfohlen, Fahrpläne vor Antritt der Reise zu prüfen und zusätzliche Reisezeit einzuplanen.
Die Sanierung ist Teil größerer Anstrengungen der Bahn, Infrastrukturprojekte künftig besser zu koordinieren. Bei früheren Streckensanierungen hatte es wiederholt Verzögerungen und Planungsprobleme gegeben; die Deutsche Bahn kündigte an, aus diesen Erfahrungen zu lernen und die Abläufe zu optimieren.