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Generalsanierungen bei der Deutschen Bahn dauern länger — Union wertet Verzögerung als positiven Schritt

13. September 2026

Generalsanierungen der Deutschen Bahn werden länger dauern

Die Konzernleitung der Deutschen Bahn hat angekündigt, dass die groß angelegten Generalsanierungen wichtiger Streckenabschnitte länger dauern werden als bislang geplant. Ein konkretes Abschlussdatum wurde nicht genannt. Das Konzept der sogenannten Korridorsanierung, bei dem belastete Streckenabschnitte komplett gesperrt und umfassend überholt werden, steht zurzeit zur Prüfung und wird mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt.

Der verkehrspolitische Obmann der Union im Bundestag, Donth, wertete die Verzögerung als positiv. Er betonte, aus früheren Projekten lasse sich lernen: Massive und lang andauernde Sperrungen hätten das Bahnsystem überlastet und Fahrgäste wie Güterkunden stark beeinträchtigt. «Es ist richtig, die Auswirkungen auf den Verkehr stärker zu berücksichtigen, statt mit maximalen Sperrzeiten kurzfristig Verbesserungen erzwingen zu wollen», sagte Donth.

Als Beispiel nannte er Arbeiten an der Strecke zwischen Hamburg und Berlin, die deutlich länger dauerten als geplant und zu Engpässen führten. Auch die für Oktober geplante Generalsanierung der Strecke Hannover–Berlin steht im Blickfeld: Die Elektrifizierung verzögert sich voraussichtlich um ein Jahr, wodurch eine geplante Umleitung der Fernzüge über Nahverkehrsgleise nicht möglich sein wird. Für Reisende rechnen Experten mit einer um etwa 80 Minuten längeren Fahrzeit während der Bauphase.

Abwägung zwischen Komforteinbußen und Systemstabilität

Kritik an der Korridorsanierung richtet sich unter anderem darauf, dass die Verbesserungen in vielen Fällen nicht im Verhältnis zu den monatelangen Sperrungen stünden. Die Bundesregierung als Eigentümerin wurde von Donth aufgefordert, die Kontrolle über die Bahn zu stärken, damit solche Folgen seltener auftreten. Er forderte eine engere Abstimmung zwischen Planung, Bauablauf und den Bedürfnissen von Personen- und Güterverkehr.

Die Diskussion zeigt die Spannung zwischen dem Ziel, das Streckennetz schnell und umfassend zu modernisieren, und dem Anspruch, den laufenden Betrieb mit vertretbaren Einschränkungen aufrechtzuerhalten. Ob die Überprüfung des Korridorkonzepts zu grundsätzlichen Änderungen in der Planungs- und Baupraxis führt, bleibt vorerst offen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: deutschlandfunk.de
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