Generalsanierung der Deutschen Bahn bis 2036 bringt monatelange Sperren und Umleitungen
Sanierungswelle legt weite Teile des Fernverkehrs lahm
Die Deutsche Bahn hat ein Jahrzehnt umfassender Bauarbeiten angekündigt, das den Fernverkehr in Deutschland nachhaltig verändern wird. Bis zum Jahr 2036 sollen zahlreiche Hauptstrecken generalsaniert werden, wodurch Reisende immer wieder mit Streckensperrungen, Umleitungen und deutlich längeren Fahrzeiten rechnen müssen.
Bereits im Jahr 2026 stehen viele Großbaustellen an: Die Hauptverbindung zwischen Hamburg und Berlin ist bis Ende April vollständig gesperrt, und zwischen Hannover und Hamburg drohen Fahrzeitverlängerungen. Weitere größere Eingriffe betreffen Knotenpunkte wie Dresden, Stuttgart, Mainz und Berlin sowie wichtige Achsen in Süd- und Westdeutschland. Die Arbeiten reichen von Gleiserneuerungen über Brücken- und Leit- und Sicherungstechnik bis hin zu umfangreichen Modernisierungen von Bahnhöfen.
Was Reisende konkret erwartet
- Umleitungen und längere Reisezeiten: Viele Fernzüge fahren über Ausweichrouten, Fahrzeiten können um 20 bis 80 Minuten ansteigen.
- Haltausfälle: Auf zahlreichen Strecken entfallen einzelne oder sogar alle Fernverkehrshalte, etwa in Büchen, Ludwigslust, Wittenberge, Schwerin oder in Teilen Nordrhein-Westfalens.
- Ersatzverkehr: Auf betroffenen Abschnitten werden häufig Schienenersatzbusse eingesetzt; an manchen Knoten sind Umstiege notwendig.
- Langfristiger Zeitplan: Die Großprojekte ziehen sich bis 2036 hin, mit jahrelangen Sperrphasen auf mehr als 40 Teilstrecken.
Beispiele aus dem Fahrplan 2026: Auf der Achse Hamburg–Berlin entfällt eine ICE-Linie, auf Umleitungsstrecken zwischen Hamburg und Rostock verlängern sich Fahrzeiten um rund 60 Minuten. Zwischen Nürnberg und Regensburg sowie zwischen Köln und Hagen sind monatelange Einschränkungen geplant, in mehreren Regionen entfallen vorübergehend Fernverkehrshalte. In Stuttgart und im Großraum Berlin sorgen punktuelle Knotenarbeiten für zusätzliche Umleitungen und Ausfälle.
Regionale Folgen
Die Bauvorhaben schlagen sich regional unterschiedlich nieder: Pendlerinnen und Pendler zwischen Hamburg und Berlin müssen mit deutlich längeren Pendelzeiten rechnen, Pendler im Rhein-Main- und Ruhrgebiet sehen punktuelle Ausfälle, und Reisende nach Österreich erleben veränderte Umleitungsrouten mit zusätzlichen Halten. Auch touristische Verbindungen, zum Beispiel zu Ostsee- und Alpenzielen, sind betroffen.
Tipps für Bahnreisende
Reisende sollten Fahrten langfristig planen, Verbindungen vor Abfahrt prüfen und sich auf mögliche Umstiege einstellen. Die Deutsche Bahn aktualisiert ihre Informationen fortlaufend im Online-Portal; dort finden sich tagesaktuelle Hinweise zu Sperrungen, Ersatzverkehren und Fahrplanänderungen. Wenn möglich, empfiehlt es sich, alternative Reisetage, Umsteigeverbindungen oder Fernbus- und Fernverkehrskombinationen in Betracht zu ziehen.
Die geplante Generalsanierung ist langfristig auf eine modernere, zuverlässigere Infrastruktur ausgelegt, bedeutet für Millionen Fahrgäste aber zunächst Jahre mit erheblichen Einschränkungen. Betroffen sind zahlreiche Städte und Regionen in Deutschland, darunter Hamburg, Berlin, Hannover, Stuttgart, Nürnberg, Köln und viele weitere Knotenpunkte.

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