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Fahrplan unter Druck: Pfälzer Nahverkehr kämpft mit Personalmangel und Einstieg in Akku-Ära

08. März 2026

Personalmangel droht Nahverkehr in der Pfalz weiter zu schwächen

Neustadt an der Weinstraße — Der öffentliche Nahverkehr in der Pfalz steht weiter unter Druck. Vertreter aus 25 Landkreisen und kreisfreien Städten diskutierten bei einer Sitzung des Nahverkehrszweckverbands Rheinland-Pfalz Süd die anhaltenden Personalengpässe und die Folgen für den Fahrplan. Reisende müssen sich in vielen Regionen auf weitere Einschränkungen einstellen.

Konkret hat die DB Regio seit Anfang der Woche den Verkehr auf der Linie von Frankenthal über Grünstadt nach Monsheim halbiert, weil Lokführer fehlen. Auch in den Stellwerken von Ludwigshafen und Neustadt ist die Lage angespannt. Zahlreiche Passagiere berichten von täglichen Ungewissheiten und ausgefallenen Verbindungen.

Finanzierung für 2025 und 2026 gesichert

Eine Entlastung bringt die zugesagte Förderung des Landes Rheinland-Pfalz: Für 2025 und 2026 sind Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 385 Millionen Euro vorgesehen. Verbandsdirektor Michael Heilmann betonte, dass dadurch kurzfristig keine Zug- oder Buslinien gestrichen werden müssten. Zudem sind die gesunkenen Energiepreise zuletzt eine positive Nachricht für die Betreiber.

Neue Fahrplan- und Zugkonzepte

Für Pendler gibt es gemischte Nachrichten: Der Regionalexpress von Frankfurt über Mainz nach Koblenz soll 2025 deutlich verlängert werden und damit mehr Kapazität bieten. Auf der Strecke Frankfurt über Ludwigshafen und Frankenthal nach Koblenz bleibt der Takt hingegen unverändert.

Langfristig plant der Zweckverband den Austausch alter Dieseltriebwagen gegen batteriebetriebene Züge. Bestellt wurden 44 Triebwagen, die nach Angaben des Verbands jährlich bis zu sechs Millionen Liter Diesel einsparen sollen. Die Akkuzüge bieten zudem bis zu 60 Sitzplätze mehr als die bisherigen Dieseltriebwagen. Als Starttermin für den sukzessiven Einsatz nannten Verantwortliche Dezember 2025, wobei sich der Umstieg auf manchen Strecken bereits verzögert hat.

Infrastruktur und Personal bleiben Knackpunkte

Für den Betrieb der neuen Akkuzüge sind Ladestationen in Landau und Winden geplant. Trotz der geplanten Modernisierung bleibt die personelle Lage ein offenes Problem: Die Gewerkschaft GDL sieht nach wie vor keine kurzfristige Entspannung der Situation. Für viele Fahrgäste ist die Unzuverlässigkeit des Angebots bereits heute eine tägliche Belastung.

Bei der Versammlung wählten die Mitglieder Landrat Dietmar Seefeldt einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Zweckverbands. Er tritt die Nachfolge von Landrat Fritz Brechtel an.

Die Entwicklungen werfen die zentrale Frage auf, wie der regionale Verkehr zugleich verlässlich und klimafreundlich organisiert werden kann, wenn Personalengpässe die Umsetzung technischer Lösungen verzögern.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: swr.de

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