Deutsche Bahn drosselt Sanierungsprogramm und reduziert gleichzeitige Großsperrungen
Deutsche Bahn drosselt Sanierungsprogramm
Berlin, 10. September 2026
Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für die großflächige Erneuerung des Schienennetzes reduziert. Statt wie ursprünglich vorgesehen vier große Streckenabschnitte jährlich parallel zu sanieren, sollen künftig nur noch zwei Großprojekte gleichzeitig laufen. Das gab die Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla bekannt.
Hintergrund sind Verzögerungen bei den Arbeiten und die Sorge um die Stabilität des Verkehrsnetzes. Viele Gleise, Weichen und Brücken sind stark verschlissen oder veraltet. Die Bahn hatte begonnen, ganze Streckenabschnitte komplett zu sperren, um gründlich zu sanieren. Diese Sperrungen dauerten jedoch oft länger als geplant und führten zu spürbaren Belastungen im gesamten Bahnverkehr.
Palla erklärte, die Erfahrungen aus den ersten Großbaustellen hätten gezeigt, dass zu viele gleichzeitige Sperrungen das Netz überfordern. Das führe zu Kettenreaktionen mit Verspätungen und Ausfällen auf anderen Linien. Ein weiterer Grund für das Herunterfahren des Tempos ist die noch unklare Finanzierung: Die Bahn wartet auf verbindliche Zusagen der Bundesregierung über die Mittel für die notwendigen Arbeiten.
Auswirkungen für Reisende und Güterverkehr
Für Fahrgäste bedeutet die Entscheidung voraussichtlich weniger zeitgleich stattfindende Sperrungen, dafür verlängerte Bauphasen an einzelnen Strecken. Kurzfristige Verkehre könnten weniger stark beeinträchtigt werden, weil weniger Baustellen das Netz gleichzeitig belasten. Gleichzeitig könnten sich einzelne Großmaßnahmen länger hinziehen, was lokale Einschränkungen nach sich zieht.
Wie es weitergeht
Die Deutsche Bahn will ihre Planungen enger mit den zuständigen Behörden und der Bundesregierung abstimmen. Priorität hat nach Angaben des Unternehmens, die Eingriffe so zu koordinieren, dass das Gesamtsystem möglichst stabil bleibt. Reisende sollen künftig besser über Zeiträume und Ersatzverkehre informiert werden.
Die Maßnahme ist Teil einer größeren Herausforderung: Die Bahn betreibt in Deutschland das umfangreichste Schienennetz und beschäftigt rund 200 000 Menschen. In den nächsten Jahren steht nach Einschätzung von Expertinnen und Experten viel Arbeit an, damit Züge pünktlicher und das Netz sicherer werden.