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Deutsche Bahn begrenzt mobiles Arbeiten: Drei Tage Büro werden zum Mindeststandard

09. Oktober 2026

Konzern will Mindestpräsenz von drei Tagen pro Woche einführen

Berlin — Die Deutsche Bahn plant, die bisher großzügigen Homeoffice-Regelungen für einen großen Teil der Belegschaft deutlich zurückzufahren. Aus einer internen Mitteilung des Vorstands, berichtet durch Medien, geht hervor, dass für alle Mitarbeitenden, deren Tätigkeiten mobiles Arbeiten zulassen, künftig mindestens drei Präsenztage pro Woche gelten sollen. Die Neuregelung soll bis Ende 2027 konzernweit umgesetzt werden, wobei die einzelnen Gesellschaften die konkrete Ausgestaltung verantworten.

Nach Angaben des Unternehmens würde die Änderung rund ein Drittel der Beschäftigten betreffen, das entspricht in etwa 75 000 Personen. Der übrige Teil der Belegschaft arbeitet demnach ohnehin täglich vor Ort, um den Bahnbetrieb aufrechtzuerhalten. Bislang galt im Konzern meist nur eine Präsenzpflicht von einem Tag pro Woche; die Tochter DB Regio hatte bereits auf drei Tage erhöht.

Widerstand und Sorge in der Belegschaft

Der geplante Schritt ist nicht unumstritten. Betriebsratsbefragungen, etwa bei der Infrastrukturtochter DB InfraGO, zeigten eine starke Skepsis: 87 Prozent der Teilnehmenden bewerteten eine angeordnete Präsenzpflicht negativ. Kritiker befürchten Einbußen bei persönlicher Produktivität, schlechtere Planbarkeit des Alltags und eine Verschlechterung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Auf einer Betriebsversammlung in Leipzig sei das Thema Ende September intensiv diskutiert worden. Der Betriebsrat warnte, dass Vertrauen und Arbeitgeberattraktivität auf dem Spiel stünden. Zahlreiche Mitarbeitende hätten darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit zur Heimarbeit für sie ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Arbeitgebers gewesen sei.

Unternehmensziel: mehr Präsenz ohne Abbau

Ein DB-Sprecher betonte, die Maßnahme diene nicht dem Personalabbau. Vielmehr solle sie die Präsenz in Bereichen erhöhen, in denen die physische Anwesenheit für die Betriebsabläufe als wichtig erachtet wird. Dennoch bleibt unklar, wie die Balance zwischen betrieblichen Erfordernissen und dem Wunsch vieler Beschäftigter nach Flexibilität hergestellt werden kann. Die Debatte verdeutlicht den Konflikt zwischen operativen Anforderungen eines großen Infrastrukturunternehmens und dem anhaltenden Wunsch vieler Angestellter nach flexiblen Arbeitsmodellen.

Die Umsetzung und die konkrete Ausgestaltung in den einzelnen Konzerngesellschaften könnten darüber entscheiden, ob die Maßnahme im Alltag praktikabel ist oder weiteren Widerstand in der Belegschaft provoziert.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: heise.de
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