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Bilger setzt Frist: Bahn soll bis 2029 spürbar pünktlicher werden

04. Oktober 2026

Bilger fordert spürbare Pünktlichkeitsverbesserung der Bahn bis 2029

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat klare Erwartungen an die Deutsche Bahn formuliert. In einem Interview erklärte er, dass Fahrgäste innerhalb von drei Jahren eine merkliche Verbesserung erleben sollen. Als konkretes Ziel nennt der Minister eine Pünktlichkeit im Fernverkehr von 70 Prozent bis 2029.

Bilger betonte, dass Pünktlichkeit nur ein Teil eines besseren Reiseerlebnisses ist. Sicherheit, Sauberkeit und eine verlässlichere Kundenkommunikation gehörten ebenso dazu. Zugleich kritisierte er wiederholte Mängel nach Großsanierungen: Auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin habe die Pünktlichkeit nach Abschluss der Arbeiten zeitweise nur bei rund 25 Prozent gelegen. Solche Beispiele zeigten, dass das bisherige Baustellenmanagement überarbeitet werden müsse.

Deshalb kündigte Bilger ein neues Baustellenkonzept an. Bund und Bahn arbeiteten intensiv daran, Abläufe bei Korridorsanierungen und Totalsperrungen so zu gestalten, dass nach Abschluss der Bauarbeiten störungsfreier Betrieb möglich ist. Ein Vorschlag des Verkehrsministers soll bald vorliegen.

Zur Finanzierung verhandelt das Verkehrsministerium derzeit über eine Leistungsvereinbarung mit der Bahn. Dabei geht es um die Verwendung hoher Mittel in den kommenden fünf Jahren, Bilger nennt einen Betrag von mehr als 80 Milliarden Euro. Dieses Volumen sei rund doppelt so hoch wie in der zurückliegenden Förderperiode. Zugleich mahnte er, dass das Geld effizient eingesetzt werden müsse und an messbare Verbesserungen gebunden werden solle.

Neben der Schiene setzt Bilger auf Elektromobilität, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Der Minister sieht einen klaren Hochlauf bei Elektroautos und Elektrolastwagen und vertritt die Ansicht, dass Kaufprämien für Elektroautos perspektivisch nicht dauerhaft nötig seien. Stattdessen solle der Fokus künftig stärker auf Ausbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur liegen.

Praktische Maßnahmen beim Laden kündigte Bilger ebenfalls an. Beim Schnellladen an Autobahnen solle bereits jetzt die Bezahlung mit Kredit- und Bankkarte jederzeit möglich sein. Außerdem wolle das Ministerium für mehr Preistransparenz sorgen, damit Fahrerinnen und Fahrer unterwegs schnell sehen können, welche Lademöglichkeiten wo zu welchem Preis bestehen. Konkrete Details nannte Bilger noch nicht, stellte aber klar, dass die Politik hier nachlegen werde.

Bilger fasst seine Erwartungen sachlich: Der Bund werde erhebliche Mittel bereitstellen, zugleich müsse die Bahn liefern. Für viele Pendler und Reisende bleibt die Frage, ob die Frist bis 2029 ausreicht, um ein dauerhaft besseres Bahnerlebnis zu schaffen. Die politischen Gespräche und die angekündigten Konzepte sollen in den kommenden Monaten zeigen, wie realistisch dieses Ziel ist.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: br.de
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