Baustopp in Südwestfalen nach Absturz eines 57-Meter-Brückenteils
Schwerer Zwischenfall bei Brückenbau verzögert Bahnprojekt in Südwestfalen
Bei umfangreichen Bauarbeiten an der Ruhr-Sieg-Strecke kam es am Mittwoch in Kirchhundem zu einem folgenschweren Unfall: Ein 57 Meter langes Brückenteil kippte von einem Spezialfahrzeug und stürzte zu Boden. Das Teil war bereits zusammengebaut und lag auf einem Self-Propelled Modular Transporter, als es kurz nach Beginn der Arbeiten seitlich wegknickte und herunterfiel.
Techniker sicherten das abgestürzte Brückenelement inzwischen, arbeiten an einem Hebe- und Bergungsplan und prüfen das Material. Erst wenn das Bauteil wieder an seinem vorgesehenen Platz liegt, lassen sich präzise Vermessungen und Bewertungen des Schadens durchführen. Die Deutsche Bahn kündigte an, gemeinsam mit den beauftragten Firmen umfassend zu untersuchen, wie es zu dem Unfall kommen konnte.
Die Panne trifft eines der größten Bahnprojekte in der Region hart. Zwischen Welschen-Ennest und Altenhundem fahren bis zum 14. September weiterhin Schienenersatzbusse für die Linien RE34, RB91, RB92 und RB93. Parallel setzen Bauarbeiter die Arbeiten an Gleisen, Oberleitung und Kabelinfrastruktur fort. Der Zeitplan für den Brückeneinhub und die Wiederaufnahme des regulären Bauablaufs ist nach dem Vorfall deutlich gefährdet.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn, Fritz Esser, formulierte die Lage so: «Wir werden jetzt sorgfältig auf der Baustelle untersuchen, wie es zu diesem Unfall kommen konnte. Und wie wir schnellstmöglich die Arbeiten fortsetzen können. Denn klar ist auch: Wir möchten den Brückeneinhub so schnell wie möglich nachholen.»
Die Bauarbeiten hatten bereits seit Juli zu erheblichen Einschränkungen geführt; die Sperrung zwischen Finnentrop und Siegen war ursprünglich bis zum 15. September geplant. Ob die für September geplante Inbetriebnahme der neuen Eisenbahnbrücke über den Fluss Hundem zu halten ist, bleibt offen. In Kirchhundem werden derzeit mehrere Brückenabschnitte erneuert, darunter drei Eisenbahnbrücken über Hundem, einen Fußweg und den Olpebach, was die Bedeutung des Vorfalls für den Gesamtzeitplan zusätzlich erhöht.
Für Pendler bedeutet der Unfall voraussichtlich weiterhin verlängerte Fahrzeiten und Umstiege. Wann der reguläre Bauablauf wieder aufgenommen werden kann, hängt maßgeblich von den Ergebnissen der Untersuchung des heruntergefallenen Brückenteils ab.