Bau der Bahnstrecke Berlin–Stettin erneut verschoben: Fertigstellung erst Dezember 2028
Fertigstellung auf Dezember 2028 verschoben
Die Deutsche Bahn hat dem rbb bestätigt, dass sich der Abschluss der Bauarbeiten an der Strecke zwischen Angermünde und der deutsch-polnischen Grenze um ein weiteres Jahr verzögert. Die Inbetriebnahme des Abschnitts ist nun für Dezember 2028 vorgesehen.
Als zentrale Ursache nennt die Bahn Kapazitätsengpässe auf dem Markt für Leit- und Sicherungstechnik. Bereits zuvor waren Verzögerungen wegen Fachkräftemangels in der Bauindustrie und fehlender Naturschutzgutachten aufgeführt worden. Ende 2025 sollte der Streckenabschnitt ursprünglich fertig sein, nach mehreren Verschiebungen galt Ende 2027 als realistischer Termin.
Arbeiten am zweiten Abschnitt laufen
Seit Juli 2026 laufen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt. Schwerpunkt ist die Elektrifizierung zwischen Passow und Stettin; zudem soll auf rund 30 Kilometern ein zweites Gleis verlegt werden. Konkrete Angaben zum Ablauf dieser Arbeiten gab die Bahn bislang nicht. Die DB kündigte an, weitere Details am Dienstag zu präsentieren.
Der Ausbau der Gesamtstrecke von Angermünde nach Stettin läuft bereits seit Ende 2021. Den ersten Bauabschnitt zwischen Angermünde und Passow hatte die Bahn Ende 2025 abgeschlossen. Dort wurden Oberleitungen erneuert und 740 Meter lange Überholgleise für lange Güterzüge gebaut.
Auswirkungen für Fahrgäste und Güterverkehr
Für Pendler und den grenzüberschreitenden Güterverkehr bedeutet die erneute Verschiebung längere Planungsunsicherheit. Vor allem Verkehre, die auf pünktliche Anschlüsse in Richtung Polen angewiesen sind, bleiben betroffen. Zudem kommt es auf der RE1-Strecke zu Einschränkungen: Züge nach Angaben des rbb ab etwa 21 Uhr betroffen, mit erneuten Ausfällen bis Donnerstag.
Die Bahn betont, dass der Abschluss des zweiten Bauabschnitts Voraussetzung ist, damit die Gesamtverbindung von Angermünde bis Stettin regulär in Betrieb gehen kann. Für Anwohner und regionale Unternehmen in der Uckermark bedeutet das weitere Monate mit Baustellen und Umleitungen.
Sendung und Quelle: Antenne Brandenburg vom rbb, 28.09.2026