Bahnhof Frankfurt-Höchst vor großem Umbau: Deutsche Bahn plant 35 Millionen Euro Sanierung
Denkmalschutz und moderne Nutzung sollen das Empfangsgebäude wiederbeleben
Der historisch wertvolle Bahnhof in Höchst steht vor einer umfassenden Erneuerung. Nachdem sich Teile des Deckenputzes gelöst und ein Schutzgerüst die Eingangshalle in ein provisorisches Labyrinth verwandelt hatten, will die Deutsche Bahn das Gebäude in den kommenden Jahren Schritt für Schritt zurück in einen attraktiven Verkehrsknotenpunkt verwandeln.
Stefan Schwinn, Leiter Personenbahnhöfe der Deutschen Bahn in Deutschlands Mitte, nennt den jetzigen Zustand nicht befriedigend und beschreibt die Pläne optimistisch: «Zu Ende gedacht, wird das eine richtig runde Sache, ein Schmuckstück.» Die laufende Planungsphase, die im vergangenen Jahr begonnen wurde, soll nach Angaben der Bahn bis etwa 2030 laufen. Insgesamt sind Investitionen von rund 35 Millionen Euro vorgesehen, getragen überwiegend aus Mitteln der Bahn, ergänzt durch Bundesmittel und Beiträge der Stadt.
Priorität für Dach und Innenräume
Wegen der akuten Gefahr herabfallender Putzteile wurde die Sanierung des Daches und der innen liegenden Decke vorgezogen. Teile der Arbeiten sollen bereits 2027 abgeschlossen und das Schutzgerüst dann entfernt sein. Für die Gesamtplanung zeichnet ein Architektenteam der Deutschen Bahn in Berlin verantwortlich.
Neue Angebote im Empfangsgebäude
Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz. Vorgesehen ist eine behutsame Restaurierung der Halle verbunden mit einer Neunutzung: Gastronomie mit Außensitzflächen, ein Zeitschriften- und Buchhandel, ein Bäcker sowie zeitgemäße Sanitäreinrichtungen sollen das Areal beleben. Ein Reisezentrum ist geplant, ob die zuständige Tochtergesellschaft es dauerhaft betreibt, bleibt noch offen. Im Obergeschoss sollen zwei Wohnungen instand gesetzt und wieder vermietet werden.
Ergänzungsbau und Wohnraum
Westlich des historischen Gebäudes ist ein Ergänzungsbau mit mehreren Stockwerken vorgesehen. Dort könnten ein Supermarkt sowie Mitarbeiter- oder Auszubildendenwohnungen entstehen. Die Bahn hebt das Potenzial des Standorts hervor: Der Bahnhof Höchst zählt rund 35 000 Reisende pro Tag und gilt als einer der wichtigen Knotenpunkte in der Stadt.
Teil eines größeren Investitionsprogramms
Die Sanierung reiht sich in ein umfangreiches Modernisierungsprogramm für Bahnhöfe in Hessen ein. Die Mittel für Bahnhöfe in der Region sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen; gleichzeitig fließen erhebliche Summen in den Frankfurter Hauptbahnhof, dessen Sanierung mit etwa 1,2 Milliarden Euro veranschlagt ist. Auch andere Frankfurter Stationen sind im Programm: Westbahnhof, Griesheim und Südbahnhof erhalten ebenfalls Mittel, um Infrastruktur und Angebot zu verbessern.
Für die Fahrgäste und Anwohner bietet das Projekt die Aussicht auf mehr Aufenthaltsqualität, bessere Infrastruktur und zusätzliche Nahversorgungsangebote. Ob und wie schnell sich der ästhetische Anspruch mit den praktischen Anforderungen verknüpfen lässt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen, wenn Planung und Bauphasen nacheinander umgesetzt werden.

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