Bahnhof Fangschleuse eröffnet und schafft direkten RE1-Anschluss zum Tesla-Werk
Neuer Halt verbindet Pendlerstrom und Fabrikanschluss
Der neue Bahnhof Fangschleuse hat am Samstagabend den regulären Betrieb aufgenommen und bringt erstmals Regionalexpress-Züge direkt an das Werk in der Nähe. Nach einer kurzfristigen Verzögerung startete der Zugverkehr nicht wie geplant am Morgen, sondern erst gegen 19:30 Uhr.
Der Bahnhof liegt in der Gemeinde Grünheide (Oder-Spree) südöstlich von Berlin und ist Teil einer umfassenden Verkehrserschließung für das nahegelegene Fahrzeugwerk. Mit der Inbetriebnahme halten nun RE1-Züge am neuen Bahnsteig, zusätzlich wurde ein 900 Meter langer Radweg eingeweiht, der Gottesbrück mit dem Bahnhof verbindet. Auch das neue Parkhaus am Standort ist fertiggestellt und steht Autofahrenden zur Verfügung.
Technik, Kapazität und Übergangslösungen
Zum Start verläuft der Zugverkehr in beide Richtungen zunächst über einen Bahnsteig. Die Bahn plant, den zweiten Bahnsteig ab dem 24. August freizuschalten; ein Software-Update für das neue elektronische Stellwerk ist der Grund für die gestaffelte Nutzung. An Gleisen, Oberleitungen und am Bahnhofsgebäude liefen die Arbeiten nach Angaben der Verantwortlichen weitgehend planmäßig.
- Der neue Personen- und Güterbahnhof wurde ab 2025 errichtet und weist zusätzliche Infrastruktur auf: fünf weitere Bahnhofsgleise und zwei 740 Meter lange Überholgleise.
- RE1-Züge mit einer Länge von bis zu 211 Metern können nun in Fangschleuse halten.
- Die Bahn rechnet mit bis zu 16 000 Fahrgästen pro Tag, vor allem Beschäftigte des Werks.
- Perspektivisch könnten bis zu 24 Güterzüge täglich das Werk anfahren und so bis zu 2 400 Lkw-Fahrten ersetzen.
- Die Projektkosten liegen bei rund 240 Millionen Euro.
Restarbeiten und Fahrplanhinweise
Obwohl der Bahnhof in Betrieb ist, dauern Arbeiten an der Strecke noch an. In den kommenden Tagen sind weiterhin Zugausfälle und Schienenersatzverkehre, vor allem in den Nachtstunden, zu erwarten. Die Bahn strebt eine Gesamtinbetriebnahme bis spätestens Dezember an, ein genauer Abschlusszeitpunkt für alle Restarbeiten steht noch nicht fest.
Betroffen bleibt vorerst auch der Abschnitt Berkenbrück bis Frankfurt (Oder). Der Bahnhof Berkenbrück wird zunächst noch nicht wieder regulär bedient; Ersatzbusse fahren weiterhin zwischen Fürstenwalde und Berkenbrück. Nach aktuellem Planungsstand sollen dort Ende November wieder Züge halten.
Die neue Haltestelle soll die Anbindung des Werks an das Schienennetz deutlich verbessern und die Pendlerströme entlasten. Für Beschäftigte und Anwohnerinnen und Anwohner bringt die Eröffnung spürbare Veränderungen im Alltagsverkehr.
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