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Gewerkschaft alarmiert vor Stellenabbau bei DB Systel nach Cyberangriff

03. März 2026

Massiver Personalabbau bei DB Systel würde Betriebssicherheit gefährden

Vor der Berliner Zentrale von DB Systel protestierten am Mittwoch rund 150 Beschäftigte gegen geplante Umstrukturierungen, die aus Sicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG die IT der Deutschen Bahn schwächen würden. Anlass der Sorge ist ein jüngster DDoS-Angriff auf die Systeme der Bahn, der Website und DB Navigator zeitweise lahmlegte und erneut die Bedeutung einer robusten, zentral gesteuerten Cyberabwehr unter Beweis stellte.

Die EVG warnt, wonach unter dem Schlagwort Transformation bei der internen IT-Tochter offenbar bis zu zwei Drittel der Stellen wegfallen könnten. An den Standorten Frankfurt, Berlin und Erfurt arbeiten zusammen mehr als 7000 Menschen. Die Gewerkschaft spricht von einer Plötzlichkeit und Intransparenz der Pläne, die zentrale Aufgaben, Rufbereitschaften und Reaktionswege im Krisenfall in Frage stellten. In einer deutlichen Stellungnahme heißt es: «Das ist kein Sparprogramm mehr – das ist ein Angriff auf die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems Bahn.»

Die Deutsche Bahn weist die Vorwürfe zurück. Eine Zerschlagung der DB Systel sei nicht geplant, betonte eine Konzernsprecherin. Digitalisierung und IT blieben Schlüssel zur Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Betriebs. Konkrete Zahlen zu möglichen Abbaumassnahmen könne der Konzern nicht bestätigen. Zugleich kündigte die Bahn an, Strukturen zu prüfen, um schlanker und kundenorientierter zu werden, und kündigte einen Austausch mit den Sozialpartnern an.

Der Cyberangriff, beschrieben als gezielte DDoS-Welle, führte zu erheblichen Störungen bei Nutzerzugängen. Bundesbehörden und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wurden eingeschaltet; die Urheberschaft ist bislang nicht offiziell geklärt. Für die EVG bestätigt der Vorfall die Notwendigkeit einer starken, zentral organisierten IT, die schnell und koordiniert auf Angriffe reagieren kann. Ohne ausreichende Fachkräfte und klare Verantwortungen steige das Risiko weiterer Ausfälle, so die Gewerkschaft.

Im März ist ein Grundsatzgespräch zwischen Bahnvorstand und Vertretern von Betriebsrat und EVG geplant. Auf Seiten der Bahn sollen Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla, Finanzvorständin Karin Dohm und Personalvorstand Martin Seiler teilnehmen. Beschäftigte und Gewerkschaft fordern bis dahin einen Stopp möglicher Personalentscheidungen, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit kritischer IT-Dienste nicht zu gefährden.

Die Debatte um DB Systel verbindet zwei politische und wirtschaftliche Fragen: Wie kann die Bahn ihre IT effizienter gestalten, ohne die Resilienz gegen Cyberangriffe zu schwächen? Und wie lassen sich Restrukturierungen transparent und sozialverträglich gestalten, ohne Sicherheitslücken in der digitalen Infrastruktur offenzulegen?

Der Bericht stützt eine Nachricht von: welt.de

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