Gehaltsvergleich der Bahnen: SBB führt, ÖBB schlägt Deutsche Bahn in vielen Jobs
SBB zahlt im Mittel am meisten, Kaufkraft relativiert das Ergebnis
Eine Auswertung von kununu-Daten zeigt: Auf dem Papier liegen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB CFF FFS bei den Durchschnittsgehältern vor der ÖBB und der Deutschen Bahn. Bei näherer Betrachtung relativiert sich der Vorsprung jedoch, denn Steuern, Sozialabgaben und vor allem die deutlich höheren Lebenshaltungskosten in der Schweiz verringern die reale Kaufkraft.
Konkrete Zahlen und typische Positionen
Die Bandbreite der gemeldeten Bruttojahresgehälter ist groß. Für Vollzeitbeschäftigte geben die Daten ohne Auszubildende, Werkstudenten und Praktikanten folgende Beispiele wieder:
- Deutsche Bahn: Reinigungskräfte ca. 24 400 EUR, Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter rund 35 000 EUR, Projektleitung bis etwa 117 700 EUR
- ÖBB-Konzern: Reinigungskräfte ca. 26 100 EUR, Lokführerinnen und Lokführer rund 47 600 EUR, Projektmanagement etwa 62 300 EUR
- SBB CFF FFS: Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger ca. 59 900 CHF, Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter rund 67 500 CHF, Projektmanagerinnen und Projektmanager bis circa 165 700 CHF
In nominalen Mittelwerten liegt die SBB in nahezu allen verglichenen Jobtiteln vorn. Vergleicht man Beispiele wie Lokführerinnen und Lokführer oder Teamleitungen, bleiben die schweizerischen Beträge auch nach Umrechnung häufig höher.
Gehalt und Zufriedenheit
Neben absoluten Zahlen gibt die Gehaltszufriedenheit Aufschluss über die subjektive Wahrnehmung: Die SBB erreicht mit 63 Prozent die höchste Zufriedenheit, gefolgt von der ÖBB mit 58 Prozent und der Deutschen Bahn mit 56 Prozent. Alle drei Arbeitgeber liegen mit ihren kununu-Scores knapp über dem Branchendurchschnitt und punkten vor allem mit Kollegialität und positiver Arbeitsatmosphäre.
Unternehmenskultur und Empfehlungen
Die Auswertung zeigt zudem Unterschiede in der kulturellen Wahrnehmung: Deutsche Bahn und SBB werden als eher modern empfunden, die ÖBB als ausgewogen zwischen Tradition und Modernität. Die Weiterempfehlungsraten sind insgesamt hoch, bei der ÖBB sogar am höchsten.
Was bedeutet das fürs eigene Gehalt?
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Berlin, Wien oder Zürich heißt das: Höhere Nominalgehälter in der Schweiz bedeuten nicht automatisch mehr Lebensstandard. Bei Jobwechseln lohnt sich ein Vergleich nach Kaufkraft, Steuer- und Abgabenbelastung sowie Zusatzleistungen und Work Life Balance. Nutzen von Vergleichstools wie Gehaltschecks hilft, das persönliche Ergebnis realistischer einzuordnen.
Fazit: Die SBB zahlt in vielen Rollen am besten, doch die reale finanzielle Situation hängt stark vom Wohnort und den individuellen Abgaben ab. ÖBB bietet in mehreren Positionen etwas höhere Löhne als die Deutsche Bahn, insgesamt sind alle drei Unternehmen als solide Arbeitgeber im Bahnsektor einzustufen.

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