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GDL prangert intransparente Finanzkreisläufe bei Deutscher Bahn an

06. April 2026

GDL fordert umfassende Aufklärung der Finanzstrukturen bei der Deutschen Bahn

Berlin — Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat die Deutsche Bahn scharf für ihre internen Finanzstrukturen kritisiert. GDL-Vorsitzender Mario Reiß bezeichnete die Organisations- und Verrechnungspraktiken als undurchsichtig und problematisch und warnte vor langfristigen Schäden für das Unternehmen und den Steuerzahler.

Reiß bemängelte, dass die Bahn über Jahre ein Geflecht aus Tochtergesellschaften aufgebaut habe, das einst mehr als 1 000 Einheiten umfasste und inzwischen auf knapp 600 reduziert worden sei. Viele dieser Einheiten dienten nach Ansicht der GDL dem Zweck, Finanzierungskreisläufe zu durchbrechen und staatliche Mittel zu akquirieren. Das System fordere eine strukturelle Reform, sagte Reiß und verlangte mehr Transparenz und Kontrolle.

Gleichzeitig zeigte sich der GDL-Chef unterstützend gegenüber den Sanierungsbemühungen der Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla. Reiß lobte, dass Palla Verantwortung absenke und das Management verschlanke. Die Halbierung des Top-Managements durch Palla könne laut GDL nicht nur das Betriebsergebnis verbessern, sondern auch die Steuerung und Produktivität in Bereichen wie dem Fernverkehr stärken, wo moderne Züge und Technik vorhandene Potenziale bieten.

Die Personalentscheidungen von Palla, etwa die Trennung von der Cargo-Chefin und der bisherigen Finanzvorständin, wertete Reiß als notwendige Konsequenz. Zugleich kritisierte er die Vorgeschichte einiger Vorstandsbesetzungen: Bei der Verpflichtung der früheren Finanzvorständin habe es bereits im Vorfeld Bedenken gegeben, die nach seiner Darstellung ignoriert wurden. Solche Fehlentscheidungen würden letztlich den Steuerzahler belasten und dürften nicht ohne weitere Debatten bleiben.

  • Kernaussage der GDL: Mehr Transparenz in internen Verrechnungen ist dringend nötig
  • Support für Reformkurs: Palla bekommt in Teilen Rückhalt, zugleich steht Vorstandspolitik in der Kritik
  • Konsequenzen gefordert: Strikte Kontrolle und klare Verantwortungsstrukturen sollen Kosten und Ineffizienz reduzieren

Die Auseinandersetzung um Governance, Personalentscheidungen und Finanzkreisläufe dürfte die Debatte um die Zukunft und Verantwortung der Deutschen Bahn in den kommenden Monaten prägen. Die GDL verlangt konkrete Schritte, damit öffentliche Mittel und betriebliche Effizienz in Einklang gebracht werden können.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: schiene.de

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