Game-Changer der Schiene: Wie Frauen Technik, Führung und Innovation bei der Deutschen Bahn neu definieren
Frauen prägen Technik, Verantwortung und Innovation bei der Deutschen Bahn
Im Weltfrauenmonat macht die Deutsche Bahn sichtbar, was tagtäglich in Werkstätten, Baustellen und Leitstellen geschieht: Frauen übernehmen technische Verantwortung, leiten komplexe Projekte und treiben Modernisierung voran. Ein neues Format des Diversity Recruiting Teams zeigt authentische Einblicke in den Alltag von Ingenieurinnen und soll Vorbilder sichtbar machen sowie Talente ermutigen, technische Wege zu gehen.
Vom Automobil in den Hochleistungs-Schienenbau
Hiie-Mai Unger, Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Systemtechnik GmbH, beschrieb in ihrer Keynote den Wechsel aus der Automobilbranche zur Bahn als intellektuelle Entdeckungsreise. Nach zwei Jahrzehnten bei Bosch hat sie gelernt, wie übertragbare Mechanik auf neue Domänen trifft: KI-gestützte Materialprüfungen an ICE-Radsätzen, hochpräzise Sensorik für Gleislagen und komplexe Bremstechnik. Unger thematisierte zugleich die gängigen Vorurteile gegen Frauen in MINT-Feldern und appellierte an junge Kolleginnen, Kompetenz und Neugier den Vorbehalten entgegenzusetzen. «Macht einfach euer Ding», war ihr klarer Rat an Berufseinsteigerinnen.
Krisenmanagement am Steilhang
Technische Exzellenz zeigte sich greifbar bei der Sanierung eines massiven Hangrutschs bei Hösel: Marija Sunjevaric, Senior Projektingenieurin bei DB InfraGO, koordinierte die Stabilisierung eines Hangs, der mehrere Gleise begrub und Pendlerverkehr lahmlegte. Unter ihrer Leitung wurden 32 Bohrpfähle bis zu 12 Meter Tiefe gesetzt, eine Stützwand errichtet und der Hang mit Stahlnetzen sowie ökologischen Kokosmatten gesichert. Solche Einsätze verbinden Statik, Geologie und Baustellenlogistik und verlangen schnelle Entscheidungen vor Ort. Sunjevaric betont, dass fachliche Kompetenz zählt: Auf der Baustelle spielte ihr Geschlecht keine Rolle, wohl aber Führungsstärke und technisches Können.
Von der Konstruktion zur strategischen Infrastrukturarbeit
Svetlana Hinrichs, Leiterin Abnahmen und Inbetriebnahmen bei DB InfraGO, hebt hervor, dass moderne Ingenieurskarrieren weit über reine Konstruktion hinausgehen. Genehmigungsprozesse, regulatorische Verantwortung und die strategische Modernisierung ganzer Bauwerke sind heute integrale Bestandteile technischer Führung. Hinrichs, deren Familie mehrere Generationen im Bauwesen tätig ist, beschreibt ihre Arbeit als Generationenaufgabe: Infrastruktur erhalten, aber auch nachhaltig und innovativ weiterentwickeln.
Recruiting, Teilzeit und Karrierewege
Das Recruiting der Deutschen Bahn verfolgt das Ziel einer ausgeglicheneren Geschlechterverteilung in technischen Bereichen. Katrin Borovsky erklärt, wie Stellenanzeigen und Auswahlprozesse angepasst werden, um optionale Anforderungen klar zu kennzeichnen und damit Hemmschwellen zu senken. Flexible Arbeitsmodelle und transparente Karrierepfade stehen ganz oben auf der Agenda, weil sie für viele Frauen ausschlaggebend sind, Beruf und Familie zu verbinden.
Zwischen Mutterschaft und Spitzenprojekten
Das Thema Vereinbarkeit wurde offen diskutiert: Hiie-Mai Unger berichtete von persönlichen Erfahrungen als Mutter im technischen Umfeld und machte deutlich, dass Organisation und Unterstützung Wege öffnen, statt zu sperren. Die Gespräche im Live-Chat zeigten, wie wichtig Vorbilder und konkrete Entwicklungsmöglichkeiten für junge Ingenieurinnen sind.
Ein Aufruf zum Machen
Zum Abschluss gab das Diversity Recruiting Team den Impuls «Mach ich einfach» mit auf den Weg. Es geht darum, Chancen zu ergreifen, Neues auszuprobieren und technische Verantwortung zu übernehmen. Veranstaltungen wie die im April 2026 geplante Femworx zeigen, dass weibliche Spitzenleistungen in der Ingenieurskunst zunehmend sichtbar gemacht und ausgezeichnet werden.
Die Veranstaltung macht klar: Technische Exzellenz kennt kein Geschlecht. Mit gezieltem Recruiting, sichtbaren Vorbildern und der Bereitschaft zum Umdenken können Unternehmen wie die Deutsche Bahn zur Lösung des Fachkräftemangels beitragen und gleichzeitig die Vielfalt in Schlüsselbereichen der Infrastruktur fördern.
Redaktioneller Beitrag von Alexandra Ilina

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