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Bahn prüft Systel-Umbau: Erfurter IT-Belegschaft in Alarmbereitschaft

03. März 2026

IT-Fachkräfte der Bahn-Tochter stehen vor ungewisser Zukunft

Ein Prüfauftrag des Vorstands der Deutschen Bahn hat bei Beschäftigten der Tochterfirma Systel Verunsicherung und Protest ausgelöst. Mitarbeiter fürchten, dass geplante Spar- und Dezentralisierungsmaßnahmen Hunderte Arbeitsplätze gefährden könnten. Rund 200 Beschäftigte zogen deshalb am Mittwoch in einer angemeldeten Kundgebung auf die Straße, um Klarheit und Perspektiven zu verlangen.

Die Kundgebung richtete sich gegen Pläne, die Systel enger an die Geschäftsfelder der Bahn heranzuführen. Betriebsrat Lars Müller warnte dabei vor Zwangsversetzungen und Entlassungen. Sein Kollege Patrick Michaelis beschrieb die Stimmung als angespannt: «Es kommen jeden Tag neue Gerüchte. Und wir wissen selbst nicht mehr, weil wir selbst nur Gerüchte kennen.»

In Erfurt arbeiten nach Angaben aus dem Umfeld der Belegschaft rund 560 Menschen bei der Bahn-Tochter, bundesweit sind knapp 7 000 Beschäftigte tätig. Die IT-Teams betreuen unter anderem zentrale Systeme wie die Fahrplan- und Auskunftsangebote, Rechnerinfrastruktur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Abwehr von Cyberangriffen. Gewerkschaftsvertreter betonen, dass eine Zerschlagung oder starke Dezentralisierung die Leistungsfähigkeit und die Cyberabwehr schwächen könnte.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG meldet wegen der Unsicherheit einen Mitgliedszuwachs in der Region. Unterstützung für die Beschäftigten kam von Thüringer Landespolitikern, die mehr Transparenz und Schutz vor voreiligen Entscheidungen aus der Konzernzentrale fordern. Konkrete Zahlen zum möglichen Stellenabbau nennt die Bahn bislang nicht; der Konzern spricht allgemein von der Notwendigkeit, interne Dienstleister schneller und schlanker zu gestalten.

Beschäftigte und Betriebsräte fordern nun verbindliche Gespräche und eine belastbare Perspektive vor einer finalen Entscheidung, die laut Unternehmenskreisen in den kommenden Monaten fallen könnte. Bis dahin wollen die Teams in Erfurt, Frankfurt und Berlin wachsam bleiben und ihren Protest fortsetzen, um Arbeitsplätze und die Funktionsfähigkeit zentraler IT-Dienste zu sichern.

  • Protestteilnehmer: etwa 200
  • Mitarbeiter in Erfurt bei Systel: rund 560
  • Bundesweite Beschäftigte bei Systel: knapp 7 000
  • Entscheidung des Vorstands erwartet: Sommer
Der Bericht stützt eine Nachricht von: mdr.de

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