Bahn nennt neuen Zeitplan für die stark belastete Strecke Hamburg–Berlin
Sanierung verzögert, Fahrplan neu justiert
Hamburg und Berlin – die Deutsche Bahn wird am Mittwoch Details zum weiteren Ablauf der Bauarbeiten auf der Fernverkehrsverbindung zwischen Hamburg und Berlin vorstellen. Wochenlanger Frost im Januar und Februar hatte die umfangreiche Sanierung ausgebremst und dafür gesorgt, dass viele Reisende und Pendler seit Monaten mit erheblichen Einschränkungen leben müssen.
Eigentlich sollten die Arbeiten bis Ende April abgeschlossen sein. Nachdem die Bahn Mitte Februar bereits eine Verzögerung eingeräumt hatte, war ein aktualisierter Zeitplan für diesen Freitag angekündigt worden. Interne Abstimmungen führten nun dazu, dass die Vorstellung offenbar einige Tage vorgezogen wird.
Als zentrales Problem nennt die Bahn den über Tage gefrorenen Untergrund, durch den Kabelschächte für Leit- und Sicherungstechnik nicht wie geplant ausgehoben werden konnten. Auch Arbeiten an den Oberleitungen ließen sich wegen der Kälte über Wochen nicht durchführen, was Bauabschnitte zusätzlich in Verzug brachte.
Regionalverkehr trifft es besonders hart
Seit August ist der betroffene Abschnitt vollständig gesperrt. Fernzüge werden seitdem über Uelzen und Stendal umgeleitet und benötigen etwa 45 Minuten mehr. Besonders spürbar sind die Folgen für den Regionalverkehr: Zahlreiche Regionalverbindungen fallen aus oder bedienen nur Teilstrecken, viele Pendlerinnen und Pendler sind auf Ersatzbusse angewiesen.
In den vergangenen Tagen hat die Qualität des Ersatzverkehrs gelitten, nachdem es zwischen der Busbetreibergesellschaft und einem Investor Streit gegeben hat. Fahrgäste berichten von vollen, verspäteten Bussen und unsicheren Anschlüssen.
Die 280 Kilometer lange Korridorstrecke durchquert fünf Bundesländer und zählt zu den wichtigsten Pendlerverbindungen Deutschlands. Nach Angaben der Bahn nutzen täglich rund 30 000 Fernverkehrskundinnen und -kunden die Verbindung; insgesamt verkehren etwa 470 Züge pro Tag über Teile der Route.
Die Ankündigung am Mittwoch wird zeigen, ob die Bahn den Zeitplan konkretisieren und die Einschränkungen für Reisende rascher lindern kann. Für zahlreiche Pendlerinnen und Pendler bleibt trotz erster Hoffnungen die Frage offen, wie zuverlässig Ersatzverkehre in den kommenden Wochen funktionieren werden.

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